Frankfurt am Main   Bei der diesjährigen Verleihung des renommierten Lu-Röder-Preises vom Landessportbund Hessen, wurde Jeanette Defièbre-Doering (SVG Nieder-Liebersbach/Sportakrobaten) mit dem Preis in der Kategorie „Vorbild/Lebenswerk“ in Frankfurt ausgezeichnet. Der in dieser Kategorie mit 1.500 Euro dotierte Preis wird jährlich an engagierte Frauen verliehen, die sich im organisierten Sport in besonderem Maße für die Belange von Mädchen und Frauen stark machen. Jeanette Defièbre-Doering setzte sich gegen weitere Bewerberinnen durch, die von Sportkreisen und Vereinen vorgeschlagen wurden.
Seit mehr als 30 Jahren engagiert sich Jeanette Defièbre-Doering als Trainerin bei den Sportakrobaten der SVG Nieder-Liebersbach. Dazu ist sie schon viele Jahre als stellvertretende Abteilungsleiterin im Amt und neben den umfangreichen koordinativen Aufgaben setzt sie sich im besonderen Maße auch für die Interessen und den Schutz der Sportlerinnen ein. Einst feierte sie mit ihren Partnerinnen selbst große Erfolge bei nationalen und internationalen Wettkämpfen auf großer Bühne und blieb nach der aktiven Zeit „ihrer Sportart“ in führender Position weiter treu. Private Termine müssen sich bei ihr nach dem Sport richten. Ihre Familie und Freunde wissen: Trainingszeiten und Wettkämpfe gelten als gesetzt und sind nicht verhandelbar!
Die Laudatorin Dagmar Schmitt-Merkl, Mitglied im Isb-h-Landesausschuss f. Gleichstellung im Sport, betonte in ihrer Rede, dass sie sich noch viel mehr aktive Frauen wie Jeanette in Führungspositionen wünsche. Mir ihrem Engagement motiviert Jeanette auch junge Sportlerinnen selbst ehrenamtlich aktiv zu werden und sei zugleich Ansprechpartnerin für alle Fragen und Probleme junger Sportlerinnen.
Zudem unterstrich die Laudatorin, dass mit der Verleihung des Lu-Röder-Preises Defièbre-Doerings Lebenswerk keinesfalls vollendet sei. Die Vergabe des Preises soll als große Wertschätzung für das bisher geleistete gesehen werden und gleichzeitig Motivation sein, noch viele Jahre für den Sport -für die Frauen- Gutes zu tun.
Wie wichtig das Engagement der Preisträgerin ist, verdeutlichte lsb h-Präsidentin Juliane Kuhlmann im Rahmen der Preisverleihung. So leiste Jeanette nicht nur wertvolle Basisarbeit, sondern sei auch Vorbild. Es gäbe im Bereich Gleichstellung trotz einiger Fortschritte weiterhin viele Herausforderungen mit dem Blick auf das Geschlechterverhältnis im organisierten Sport.
In weiteren Ansprachen brachten sowohl Volker Buser, Kreisbeigeordneter Kreis Bergstraße, als auch Jochen Kruse, 1. Vorsitzender der SVG, ihre Wertschätzung für das große Engagement der Preisträgerin zum Ausdruck. Mit einer kleinen Exkursion entführte Dr. Doreen Heckmann-Nötzel (sportliche Leitung SVG Sportakrobaten) die Anwesenden in die Welt der Sportakrobatik, untermalt von Auszügen aus Übungen dreier Wettkampfformationen der SVG-Akrobaten.


(Der Lu-Röder-Preis erinnert an eine Frau, die zwischen 1973 und 1987 dem lsb h-Präsidium angehörte. Zu einer Zeit, als es eine Seltenheit war, dass Frauen in Führungspositionen Verantwortung übernahmen. Lu Röder (1921–1987) war Vordenkerin und kämpfte unermüdlich – auch in vielen anderen Ämtern – für Strukturen, von denen Frauen nachhaltig profitiert haben. Sie setzte sich einerseits für das selbstbestimmte Sporttreiben von Frauen ein und ermutigte Frauen andererseits, Führungspositionen im Sport zu übernehmen. Dafür entwickelte das langjährige Mitglied der TG Darmstadt Konzepte und Qualifizierungsmaßnahmen. Der Lu-Röder-Preis wurde 1989 erstmals verliehen. Seitdem wurden auf 34 Verleihungsveranstaltungen insgesamt 43 Preisträgerinnen ausgezeichnet. Seit 2018 wird der Preis in zwei Kategorien vergeben.)

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