Horst Stephan – der Name bürgt für Qualität im Sport insbesondere in der deutschen Sportakrobatik.
1929 in Nieder-Liebersbach geboren und in dem Haus aufgewachsen, in dem er heute noch mit seiner Frau Gertrud lebt. Geheiratet haben die Zwei 1957, zogen dort gemeinsam ihre 3 Kinder groß und erfreuen sich zudem über 5 Enkelkinder.
In seinem „Museumszimmer“ befinden sich unter den vielen Erinnerungsstücken auch einige Werkzeuge seines Urgroßvaters, der als Waldschütz die Bäume zeichnete die zum Fällen vorgesehen waren und diese mit dem Steigeisen auch hochstieg. Wohl auch mit dieser „Vorbelastung“ erlernte er den Beruf des Schreiners und arbeitete in der Stuhlfabrik Welzel in Birkenau als Modellschreiner.
Schon sein Vater war Sportler im damaligen Kraftsportclub 1911, der 1933 von den Nazis verboten wurde. Zunächst spielte Horst Stephan Handball und wechselte nach dem Krieg in den Bereich Schwerathletik in der neugegründeten Sportvereinigung Nieder-Liebersbach. Hier erwachte der Kraftsportclub wieder neu als ein Teil davon. Horst Stephan gehörte zu den Gründungsmitgliedern. Er war Ringer und Gewichtheber und lies sich von den älteren Sportlern in den Pyramidenbau einführen. (Von 1947 bis 1963 war Horst Stephan aktiver Gewichtheber sowie Ringer von 1948 – 1958.) Horst Stephan, der die Ringerjugend trainierte, baute dabei den Kunstkraftsport systematisch auf.
Seine erfolgreiche Trainerarbeit ermöglichte bereits 1965 die Teilnahme an Deutschen Meisterschaften. Mit dem ersten Titelgewinn 1967 durch Heinz und Richard Andolfatto “Die 2 Santos“ begann eine erfolgreiche Laufbahn der Kunstkraftsportler der SVG.

Um diesen Sport auch dem breiten Publikum näher zu bringen, organisierte er ab 1966 21 Jahre lang die Sport- und Akrobatikschau am Ostersonntag. Dies und die bejubelten Auftritte bei Herbstsportfesten bewog ihn 1970 die selbständige Abteilung Kunstkraftsport zu gründen, die bisher noch immer der Ringerabteilung angegliedert war. Bis 1986 stand er der Abteilung vor und führte „seine Sportler“ zu 30 deutschen Meistertiteln in verschiedenen Disziplinen. Ebenso blieb es nicht aus, dass SVG Sportler in die Deutsche Nationalmannschaft zu Länderkämpfen und internationalen Meisterschaften berufen wurden.

Doch das war nicht alles. Neben seiner Abteilungs- und Trainertätigkeit engagierte er sich im Hessischen Sportakrobatikverband (HSAV). Er war 9 Jahre Landesjugendleiter (1969-1978); 9 Jahre (1977-1986) Landessportwart und 9 Jahre Vize-Präsident des HSAV (1986-1995). Ab 1970 war er auch Kampfrichter im Hess. Kunstkraftsport-Verband. 5 Jahre später wurde er Kampfrichter auf Bundesebene. Ab 1977 folgte die internationale Kampfrichterlizenz. Nach ungezählten nationalen und 35 internationalen Einsätzen beendete er nach 31 Jahren 2001 dieses Amt. Es entwickelten sich unzählige Kontakte und Freundschaften.

Die Freundschaften im „internationalen Geschäft“ die er als Funktionär und internationaler Kampfrichter bei Europa- und Weltmeisterschaften schließen konnte, bildeten auch die Basis für 5 Länderkämpfe mit Bulgarien (2), Polen (2) und Ungarn (1), die in der Großgemeinde Birkenau stattfanden. Gleiches galt für die Sportakrobatikgala mit Kulturaustausch. 1995 und 1999 mit der Chinesischen Nationalmannschaft sowie 1997, 2004, 2007 und 2015 mit der Russischen Nationalmannschaft.

Unter anderem die 25-jährige Freundschaft mit dem Präsidenten des Französischen Akrobatikverbandes Mathieu Ross von Rocher Freyming-Merlebach. Ebenso mit der Schweizer Akro-Gruppe Winterthur.

Über 70 Jahre hat sich Horst Stephan immer wieder für den Sport eingesetzt und sich dabei auch fürsorglich um den Nachwuchs gekümmert. Er ist ein Vorbild an Einsatz und ein Anreiz für Trainer und Abteilungsmitglieder im Verein ihm nachzueifern. Zahlreich sind auch die Ehrungen die Stephan in seinem Leben erfahren durfte. So ist er Träger der silbernen Ehrennadel des Deutschen Sportakrobatik Bundes (DSAB) sowie Ehrenmitglied im Hessischen Sportakrobatik Verband (HSAV) und des DSAB. Ihm wurde die Goldplakette des Innenministers von Rheinland-Pfalz, die Goldmedaille des französischen Sportakrobatikverbandes und der Ehrenbrief des Landes Hessen verliehen.
Besonders stolz ist Horst Stephan aber auf die Auszeichnung mit Leistungsplakette in Silber der Deutschen Olympischen Gesellschaft, die ihm 1995 bei der Sportakrobatik-Gala in Birkenau überreicht wurde.
Anläßlich seines 85. Geburtstages 2014 erhielt er die silberne Ehrenplakette der Gemeinde für herausragende Verdienste von Bürgermeister Helmut Morr überreicht. Anschließend durfte er sich auch im Ehrenbuch der Gemeinde Birkenau verewigen.

Seit über 70 Jahren ist Jubilar Stephan Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Nieder-Liebersbach, wo er früher unter anderem als Hornist eingesetzt war. Zudem fand er noch Zeit für ein weiteres ehrenamtliches Engagement: er war Gründungsmitglied bei den „Vogelfreunden“, für die er Futterhäuser baute und betreute.
Noch bis vor ein paar Jahren spielte er regelmäßig Schach. Der katholischen Kirchengemeinde spendete er, ein von ihm maßstabsgetreu nachgebautes Modell der Nieder-Liebersbacher Kirche.
Sein ganzes Leben hat er in Nieder-Liebersbach gelebt, ist selten in Urlaub gefahren und dennoch ist Horst Stephan so weit gereist, wie wenige seiner Generation. Europa, Asien, Amerika – allein 14 Mal bereiste er Bulgarien zu Zeiten des „eisernen Vorhangs“, wie auch Polen, Russland und die DDR.
Zu seinem 80. Geburtstag, 2009, schenkte ihm die Abteilung der SVG Sportakrobaten ein „Turnier“ nach ihm benannt, dass sich im deutschen Sportakrobatikkalender zu einem festen Bestandteil etabliert hat und in diesem Jahr am 28. September zum 9. Male in der Nieder-Liebersbacher Sporthalle ausgetragen wird.

 

 

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